Zuerst habe sie die Anzeige im Uhwieser Gemeindeblatt gar nicht richtig beachtet; doch dann sei ihr das Stelleninserat irgendwie «in den Schoss» gefallen, sagt Marion Surbeck. «Anfänglich dachte ich mir: «Ich suche doch gar keine neue Stelle. Im Anschluss hat mich das dann aber nicht mehr losgelassen.» Die Lust an der Pionierarbeit sei immer mehr gestiegen, «zudem darf ich an meinem ‹Wohnort›, dem Weinland, arbeiten», freut sich Surbeck.
Gesundheit, Spital, Alter – das sind Surbecks Themen
Offiziell ist sie noch bis Ende Jahr Leiterin des Sozialdiensts «Beratung & Unterstützung» der Krebsliga Schaffhausen. Doch diese Aufgabe ist effektiv vor einigen Wochen nach beinahe neun Jahren zu Ende gegangen. Marion Surbeck ist beruflich umgezogen: Ein Telefonapparat fehlt noch, dafür weist das grosszügige Büro sogar ein Lavabo auf. Für den SN-Rückblick hat Surbeck, die neu der Fachstelle «Älter werden im Weinland» vorsteht, bereits an einem Tag im Dezember die Tür zu ihrem Büro im Zentrum für Pflege und Betreuung Weinland (ZPBW) in Marthalen geöffnet. Offiziell beginnt Surbecks Tätigkeit am 5. Januar. Eines weiss sie schon jetzt: «Das Telefon wird häufig klingeln.»
Etwas über zwei Legislaturperioden, neun Jahre lang, war Surbeck für die Fürsorgebehörde in ihrer Wohngemeinde Laufen-Uhwiesen tätig. Im Verlauf ihrer Ausbildung und ihres bisherigen Berufslebens hat Surbeck sehr viele Erfahrungen gesammelt. Gesundheit, Spital, Alter – die Berufe von Marion Surbeck der vergangenen Jahre bewegten sich immer in einer ähnlichen Sphäre. «Das sind meine Themen», sagt Surbeck. Im Kanton Schaffhausen war sie verantwortlich für die Ausbildung der Pflegeassistenten und -assistentinnen, für die Überbetrieblichen Kurse (ÜK), Praxis und Prüfungsabnahme für die Lernenden, die in Alters- und Pflegeheimen arbeiteten.
Ein kleines Pensum arbeitete Surbeck auch fürs BBZ Schaffhausen für angehende Fachfrauen oder Fachmänner Gesundheit (FAGE). Dies liess sich gut mit der Familie vereinbaren, als zweifache Mutter. Mehrere Jahre lang war Surbeck danach im Sozialdienst der Pro Senectute in Schaffhausen tätig. Aus Erfahrung weiss Surbeck: «Die Fallführung im Gesundheitsbereich ist in den vergangenen Jahren immer komplexer geworden.»
«Engmaschiges und zuverlässiges Pflegenetz im Bezirk»
Der Tod ihres Schwiegervaters habe ihr aufgezeigt, wie engmaschig und zuverlässig das Pflege-Netz im Bezirk funktioniere, «mit Spitex und Hausarzt gleich um die Ecke». Nun ist sie also Teil des Projekts «Älter werden im Weinland». «Es brauchte einen riesigen Vorlauf. Das Bedürfnis hat man erkannt. Nun hat man gehandelt», fügt Surbeck an.
«In erster Linie bin ich für die Mitgliedergemeinden da. Wenn die Nachfrage besteht, werde ich jedoch niemanden abweisen, sondern das Anliegen entgegennehmen und allenfalls triagieren. Und ich gehe auch gerne für ein persönliches Gespräch bei Interessierten vorbei, dies ist jederzeit möglich.»
Marion Surbeck, Leiterin Fachstelle «Älter werden im Weinland»
Zur Person
Fast alle Gemeinden im Bezirk unterstützen die Fachstelle finanziell. Alle, ausser zweien: Ossingen will zuerst einmal die Entwicklung beobachten, Thalheim an der Thur hat sich aus geografischen Gründen für eine eigene Lösung entschieden. «In erster Linie bin ich für die Mitgliedergemeinden da», sagt Surbeck. «Wenn die Nachfrage besteht, werde ich jedoch niemanden abweisen, sondern das Anliegen entgegennehmen und allenfalls triagieren. Und ich gehe auch gerne für ein persönliches Gespräch bei Interessierten vorbei, dies ist jederzeit möglich.»
Surbeck hat zwei Chefs: Angestellt ist sie vorläufig im «Herzen des Weinlands», im Zentrum für Pflege und Betreuung Weinland (ZPBW) unter der Leitung von Ralph Hug, von dessen Erfahrung sie profitieren kann. Parallel dazu tauscht sich Surbeck häufig mit dem neuen Projektleiter von «Älter werden im Weinland», dem Feuerthaler SP-Gemeinderat Holger Gurtner, aus. Anfang Dezember nahm Surbeck an ihrer ersten Projektgruppen-Sitzung teil. «Da ging es auch darum: Wie soll die Fachstelle heissen, wie soll die Homepage aussehen?»
65 Stellenprozent
Surbecks Pensum liegt bei 65 Stellenprozent. Zum Start in ihre neue Karriere hat sich Surbeck den Vorsatz gefasst, sich und die Fachstelle im Bezirk und darüber hinaus bekannt zu machen, sich zu vernetzen; sie wolle sich überall vorstellen, auch bei der Alters-Fachstelle in Schaffhausen, in Winterthur oder jenen im Kanton Zürich. «Schon jetzt, Wochen vor dem offiziellen Start, habe ich Anfragen von Spitex-Organisationen und Hausärzten erhalten. Man brennt darauf, dass die Fachstelle ihre Arbeit aufnehmen kann.»